Ladezeit als Rankingfaktor: Das sollten Sie zu diesem Thema wissen

SEOs werden nicht müde, die Bedeutung und Relevanz schneller Ladezeiten zu betonen. Gewiss, es ist per se logisch, dass die Ladezeit, die ja eigentlich eine Wartezeit darstellt, ein Kriterium darstellt. Die Frage ist nur: In welchem Maße wirkt sich die Ladezeit auf die Suchmaschinenoptimierung aus? Welche Kriterien gelten, um eine Webseite als langsam oder als schnell einzuordnen. Woran orientiert sich das? Ab welchem Wert ist von einem Vorteil gegenüber der Konkurrenz auszugehen?

In den folgenden Absätzen widmen wir uns diesen Fragen und berücksichtigen dabei sowohl Seiten von offizieller Stelle, also von Google, sowie von allgemein verfügbaren und authentischen Daten im Internet.

Mann, der gerade mit seinen Händen eine Zeichnung von einer Glühbirne und eines Ladebalkens präsentiert

Frage Nr. 1: Wie ist „schnell“ definiert?

Das Internet liefert vielfältige Antworten auf diese Frage, vielfach mit Erklärungsmustern auf Basis harter Zahlen sowie von Annahmen, dass Webseiten „so schnell sein müssen, dass Verzögerungen vom Nutzer gar nicht richtig wahrgenommen werden“. Die vorgenannten Zahlen schwanken zwischen 1,5 und 3 Sekunden.

Tatsache ist: Die Search Console neigt dazu, Webseiten mit Ladezeiten zwischen 1,5 und 3 Sekunden als durchschnittlich einzuordnen. Alles was über 3 Sekunden geht, erscheint demnach als „zu hoch“. Die Differenzierung in „langsam“ und „schnell“ dürfte daher auch auf Seiten von Google praktiziert werden.

Das führt uns zu der Frage, inwiefern die Bewertung im Rahmen des Page Speed Insights-Tools vorgenommen wird. Es ist anzunehmen, dass es bereits ausreicht, einen Wert von etwa 85 nicht zu unterschreiten, um keine Abstrafung hinnehmen zu müssen. Zudem deuten Aussagen von John Mueller (Google) darauf hin, dass alles zwischen 2 und 3 Sekunden als schnell bezeichnet wird. Entscheidend sei zudem nicht die Anzahl möglicher http-Requests, sondern allein die tatsächliche Ladezeit.

Zwischenfazit: Es ist anzunehmen, dass das Gros der Webseiten nicht in diesem Bereich liegt, sondern darüber. Für eine positive Nutzererfahrung ist natürlich zentral, wie lange es braucht, um die betreffenden Inhalte aufzurufen – das gilt zunehmend auch für mobile Endgeräte, die oftmals den einzigen Zugangsweg darstellen und die „Mobile First“-Strategie manch einer E-Commerce-Seite erklären. Page Speed ist aber zugleich wichtig für die Crawler der Suchmaschinen, denn Aussagen deuten darauf hin, dass Bots alle Webseiten mit über 2 Sekunden Download-Zeit seltener crawlen. Was am Ende den Ausschlag macht, ist aber auf Basis dieser Informationen nicht sicher zu sagen.

Frage Nr. 2: Welche Ladezeit ist dem Einzelnen zumutbar?

Das ist höchst subjektiv und nicht zuletzt auch davon abhängig, mit welcher Zeitnot derjenige sucht – wer entspannt ist und Zeit hat, kann mitunter länger warten, wohingegen jemand, der von der U-Bahn aus sucht, wo das Netz eventuell deutlich langsamer ist, die Ladezeit zum absoluten Ärgernis führen kann. Einerseits spielen also persönliche oder individuelle Voraussetzungen (Internetverbindung, etc.) eine Rolle, andererseits aber auch die Gewöhnung. Wer es schlichtweg nicht anders kennt, dass praktisch alle Seiten x Sekunden zum Laden brauchen, der wird subjektiv auch nicht die Webseite besonders negativ wahrnehmen, die etwas über das Normalmaß hinausschießt.

Es gilt: Je stärker eine Webseite wächst und je umfangreicher das Funktionsangebot wird, desto stärker vermindert sich in der Regel der Page Speed.

Frage Nr. 3: Welche Art von Webseiten-Performance ist relevant?

Es gibt verschiedene Prozesse, die im Hintergrund ablaufen, während eine Webseite oberflächlich lediglich „lädt“. Zum einen gibt es die Response Time bzw. Firstby Time, der erste Kontakt zwischen Browser und Webseite. Wer hingegen von der Ladezeit spricht, der meint die Page Load Time bzw. die Ladezeit. Damit ist der komplette Prozess gemeint, der zwischen Initial Request (z.B. Klick) und finalem Rendering der Webseite abläuft. Es gibt zudem andere Metriken, die beispielsweise den Download von Grafiken dabei ausschließen oder aber die verzögerte Darstellung dynamischer Inhalte, sodass allein der Umstand, dass „Text“ sichtbar wird, zum „Abschluss“ des Ladevorgangs führt.

Frage Nr. 4: Page Speed und Ranking, wie hängt das bei Google zusammen?

Zum Einstieg: Google hat erstmals im Jahr 2010 geäußert, dass Page Speed explizit als Rankingfaktor eingestuft wird. Die Ladegeschwindigkeit ist sowohl für den Webseitenbetreiber, als auch für Google und letztlich den Besucher relevant. Unstrittig ist zudem, dass es für UX sowie für eine mögliche Conversion nicht schädlich ist, wenn der Besucher nicht erst unzählige Sekunden auf eine Reaktion des Servers warten muss. Die Frage aber bleibt: Wie wichtig ist der Page Speed tatsächlich hinsichtlich des Rankings in Google und Co.?

Die Verantwortlichen bei Google führen in verschiedenen Statements aus, dass es annähernd 200 oder mehr als 200 Faktoren gibt, welche die Suchmaschine heranzieht und Beziehung zueinander setzt, um ein Ranking erstellen zu können. Die Faktoren „Content“ und „Relevanz“ sind darunter ein entscheidendes Merkmal, Page Speed wird hier nur als ein weiterer Faktor genannt.

Offiziell hat Google im Jahre 2010 wie folgt zu diesem Thema Stellung bezogen:

While site speed is a new signal, it doesn't carry as much weight as the relevance of a page. Currently, fewer than 1% of search queries are affected by the site speed signal in our implementation and the signal for site speed only applies for visitors searching in English on Google.com at this point. We launched this change a few weeks back after rigorous testing. If you haven't seen much change to your site rankings, then this site speed change possibly did not impact your site.“ (Quelle: https://webmasters.googleblog.com/2010/04/using-site-speed-in-web-search-ranking.html)

Über die Jahre gab es weitere Verlautbarungen, etwa wie die von John Mueller vom 08.04.2016 (Webmaster Central Hangout), wonach etwa die vom Google-Crawler benötigte Zeit, um Inhalte in den Index aufzunehmen, kein Faktor sein, sondern allein die Geschwindigkeit, die es braucht, um die betreffende Webseite final vom Server zu laden.

Mitte des Jahres 2018 gab es dann ein sogenanntes „Speed Update“, das im Kontext mobiler Suchen zu betrachten ist. Demnach besteht allein eine Unterscheidung zwischen „langsamen“ und „schnellen“ Seiten, also ähnlich wie die Gewichtung bei klassischen Desktop-Suchen. Hier zum Nachlesen (https://webmasters.googleblog.com/2018/01/using-page-speed-in-mobile-search.html).

Frage Nr. 5: Welche Rolle spielt die Punktbewertung im Google Page Speed Insights Tool?

Es mag Ausreißer geben oder Anomalien, wo es seit Jahren praktisch ein und dieselbe Seite in die Top 3 schafft, wo der Page Speed aber mitunter in den zweistelligen Sekundenbereich geht – ein klares Argument dafür, dass der Page Speed gewiss nicht der wichtigste Rankingfaktor ist. So weit, so nachvollziehbar. Es kann aber auch daran liegen, dass im Zuge von Content Marketing stets jene ersten Suchergebnisse als Basis dienten, sodass „nachfolgende“ Inhalte nicht in demselben Umfang an Popularität gewinnen konnten, gemäß dem Motto: „Old is Gold“.

Klar ist aber, dass die Qualität der Links, die Relevanz der jeweiligen Domain auch im Kontext weiterer Inhalte, sowie andere Faktoren den Page Speed hier deutlich überflügeln. Es ist anzunehmen, dass Page Speed als gewichtiger Faktor nur dann wirklich einen Ausschlag geben kann, wenn es um die Sortierung innerhalb der Top 10 geht. Das wäre logisch und stringent, denn was ab Seite 2 auftaucht genießt für Google oder den Suchenden einen deutlich verringerten Stellenwert.

Ein paar Anmerkungen und Überlegungen zum Thema

Wir bei den Suchhelden zerbrechen uns jeden Tag aufs Neue den Kopf, um die beste Strategie zu finden und unsere Kunden möglichst weit nach vorne zu bringen. Wir greifen dabei auf Erfahrungswerte, bestimmte Tools und Methoden zurück, die sich früher bereits als „geeignet“ erwiesen haben. Auch wir sind nicht perfekt und haben nicht den heiligen Gral der Suchmaschinenoptimierung gefunden, aber manche Dinge lassen sich besser mit dem gesunden Menschenverstand nachvollziehen.

Deshalb wäre es absolut kontraproduktiv, eine Seite allein deshalb in starkem Maße abzustrafen, weil sie die willkürlich gesetzten Ziele hinsichtlich des Page Speeds nicht erreicht. Schließlich sagt das allein nicht viel hinsichtlich der Relevanz des Inhalts aus, denn gerade in bestimmten Bereichen dominieren privat oder ehrenamtlich betriebene Informationsseiten, die gegenüber kommerziellen Projekten meist ins Hintertreffen geraten. Sie bieten aber mitunter fundiertere, verständlichere und kompaktere Informationen und werden vom User deshalb positiver aufgenommen, als dies gewerbliche Seiten allein aus Eigeninteressen je leisten könnten.

Um einen Vergleich aus der analogen Welt zu bemühen: Ein schnelles Auto muss nicht automatisch besser, sicherer oder teurer sein, umgekehrt gilt dasselbe. Es gibt also einen himmelweiten Unterschied in vielen Belangen, der sich dem Einzelnen nicht immer erschließt. Letztendlich geht es hier um die Frage, in welchem Maße ein privater Konzern (Google) bestimmte Merkmale (Page Speed, Relevanz, Content, etc.) bewertet, um in seiner Suchmaschine eine Gewichtung und Einordnung vorzunehmen. Ein Produkt, das in dem Moment seine Daseinsberechtigung verliert, wenn keine relevanten, informativen Inhalte mehr an prominenter Stelle gelistet werden.

Google hat also ein starkes Eigeninteresse, neben allen möglichen Theorien, die besten Seiten zu einer Suchanfrage darzustellen. Punkt. Viele SEO neigen dazu, alles aus der technischen Perspektive zu betrachten, da dies bedeuten würde, dass es eine Art „Deutungshoheit“ gebe, um gegenüber anderen die bessere Position einnehmen zu können. Tatsächlich können wir nur so erfolgreich arbeiten, wie es das Produkt, die Dienstleistung oder die Sache an sich hergibt.

Lassen Sie uns deshalb eher darüber sprechen, wie wir Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung verbessern können, sodass die Zielgruppe besser angesprochen werden kann und mittels Suchmaschinenoptimierung erreicht wird. Wir haben dazu einige Gedanken und Ideen, die wir gerne mit Ihnen teilen wollen. Kontaktieren Sie die Suchhelden noch heute und erfahren Sie, wie Sie sich gegenüber Konkurrenten im Zuge der digitalen Transformation behaupten können.

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