Performance Autor: Tobi 24.02.2021

UX und SEO – wie wichtig ist die User Experience für ein erfolgreiches Ranking?

Und die spannende Frage gleich angeschlossen: Wie lässt sich die UX für SEO nutzen und was sagen die heiligen UX-Playbooks von Google dazu? Aber beginnen wir von vorne. Immer wenn jemand Ihre Webseite besucht, hat er eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Inhalten, Funktionen, Navigation usw. Nur wenn diese erfüllt oder besser gleich noch, übertroffen werden, findet eine Interaktion statt. Werden die Bedürfnisse hingegen nicht befriedigt, ist der X-Button schneller geklickt als Sie „Ja, aber …“ sagen können. Wichtig ist es daher über die gesamte Customer Journey hinweg, und das beginnt bereits bei der Suchanfrage, für positive Erlebnisse also eine überzeugende User Experience (UX) zu sorgen. Der Besucher muss sich bei der UX im SEO von A bis Z so gut umsorgt fühlen, als ob Sie die Webseite nur für Ihn geschrieben hätten.

Auch Suchmaschinen haben sich in den letzten Jahren den hohen Nutzeransprüchen angepasst. Da diese immer bemüht sind das beste und relevanteste Ergebnis bei den Suchanfragen zu liefern, sind Suchmaschinen durch die konsequente Weiterentwicklung heute bereits in der Lage die jeweilige Absicht des Nutzers zu interpretieren und entsprechende Ergebnisse zu liefern. Wir von den Suchhelden haben uns die Kombi UX und SEO einmal näher angesehen.

Magazin: Search Experience Optimization

Dream-Team UX und SEO – oder etwa nicht?

Ein ganz klares: JA! Die User Experience und die Search Engine Optimization sorgen in gemeinsamer Sache dafür, dass Sie a.) mehr Besucher auf Ihre Webseite aufmerksam machen und b.) sicherstellen, dass diese auch zu Kunden konvertieren. Schließt man eine der beiden Disziplinen, entweder UX oder SEO, aus, kann das zu einem Ungleichgewicht führen, bei dem der User am Ende unzufrieden die Seite verlässt oder diese erst gar nicht findet. Damit beeinflussen sich die UX und SEO gegenseitig. Allerdings ist die User Experience kein Rankingfaktor von Google an sich.

Zu John Müller, Webmaster Trends Analyst bei Google:

Wenn man aber eine gute Webseite macht, die für die Nutzer gut funktioniert, dann kann man indirekt sicherlich einen Effekt im Ranking sehen.“

Das bedeutet im Klartext für die UX im SEO folgendes: Wir optimieren die Seite nicht für die Suchmaschine, sondern um Usern ein positives Erlebnis zu schaffen. Treten diese dann in Interaktion, teilen die Seite oder Beiträge in den sozialen Medien oder setzen eine Verlinkung, sendet das automatisch positive Signale an Google. Auch der regelmäßige Besuch macht Eindruck auf die Suchmaschine. So empfiehlt auch John Müller, dass man eine Seite nicht optimieren soll, um besser zu ranken, sondern um seinen Seitenbesuchern ein positives Nutzungserlebnis zu bieten. Das sorgt nachhaltig für eine starke Bindung. Im Hinblick auf die Wechselwirkung zwischen der UX und SEO findet Google das sicher nett.

Was ist die User Experience?

Unter der User Experience, kurz als UX bezeichnet, versteht man das Nutzererlebnis und die Erfahrung, die ein Besucher mit Ihrer Webseite macht. Das kann sowohl über Desktop als auch mobil sein. Entscheidend für eine positive Wahrnehmung sind zum Beispiel eine klare Seitenstruktur, ein ansprechendes Design, eine intuitive Navigation, die volle Funktionalität, relevante Inhalte passend zur Suchintention, eine Anpassung an alle Endgeräte (Mobil-First), ein einfacher Check-out bei Onlineshops, keine störenden Banner und schnelle Ladezeiten.

Wie aber gestaltet man eine gute Webseite mit Blick auf die beiden Disziplinen UX und SEO wirklich? Das schauen wir uns nachfolgend an!

UX Playbooks und die Frage: „Was macht eine Webseite zu einer User Experience?“

Eine Antwort dazu liefert uns Google gleich selbst. Sicher, nicht ganz freiwillig. Ende 2018 wurden die UX Playbooks von Google „geleaked“ und zeigen als interne Dokumente, Screenshots von Webseiten, die Google als „sehr gut“ und nutzerfreundlich bewertet. Rund 7.000 Webseiten soll das interne Google-Team hier verwalten.

Grundsätzlich hält sich Google eher bedeckt, was Rankingfaktoren, Algorithmen und Co. angeht. Daher war sicher kein Webmaster traurig, als es die Playbooks mit zahlreichen Tipps und Empfehlungen zur Verbesserung der UX und zur Steigerung der Conversion ans Tageslicht schafften. Insgesamt wurden sechs UX Playbooks veröffentlicht. Diese umfassten die Best Practices für Webseiten in den Bereichen Kundengewinnung, Immobilien, Einzelhandel, Gesundheit, Automobil und Reisen.

Der Aufbau der UX-Playbooks

Aufgebaut sind die UX-Playbooks zunächst anhand von Schlüsselbereichen auf einer Webseite und betrachten dann über den gesamten Verkaufsprozess hinweg die Nutzungserfahrungen.

Die Schlüsselbereiche umfassen Tipps, damit eine positive User Experience sichergestellt wird. Bei den Bewertungen lässt Google sowohl Studienergebnisse als auch Erkenntnisse aus A/B-Tests einfließen. Darauf basiert zeigen die UX Playbooks Screenshots von Best-Practice-Beispielen und kurzen Erklärungen. Bei jeder Branche gelten dabei unterschiedliche Anforderungen. Schauen wir uns diese Tipps für Onlineshops und den E-Commerce einmal an.

Die Tipps der UX-Playbooks für die User Experience in E-Commerce

1. Tipp für UX und SEO: Der sichtbare Bereich
Auf E-Commerce Webseiten sollten für die UX der Call-to-Action im sichtbaren Bereich auftauchen und Filteroptionen bereitstehen. Klare Nutzerversprechen und eine gut leserliche Schrift sind ebenso wichtig. Vermeiden Sie automatische Slider. Knapp 90 % der Besucher klicken, laut einer Studie, eh auf das erste Bild. Best Practice Seite wie ASOS stellen, je nach Saison, die beliebtesten Kategorien auf der Startseite in den Vordergrund, sodass der Besucher gleich den besten Mehrwert für sich finden kann.

2. Tipp für UX und SEO: Suchfunktion implementieren
Erleichtern Sie den Besuchern mit der Implementierung einer Suchleiste die Recherche nach bestimmten Artikeln. Es ist damit 200 % wahrscheinlicher, so eine Untersuchung, dass Kunden, die etwas Konkretes suchen und schnell finden, konvertieren. Idealerweise verfügt diese Funktion über automatische Vorschläge und Rechtschreibkorrekturen. Das steigert die Conversion zusätzlich. Hat ein Unternehmen stationäre Filialen sollte es auf der Webseite möglich sein, die nächstgelegene Filiale ebenso per Suchfunktion ausfindig zu machen. Vor allem dann, wenn es die Option „Click & Collect“ gibt.

3. Tipp für UX und SEO: UPS zentral platzieren
Sie bieten einen kostenlosen Versand an oder haben ein verlängertes Rückgaberecht? Prima. Infomieren Sie Ihre Besucher im Header auf der Startseite. Das schafft direkt auf den ersten Blick einen guten Eindruck.

4. Tipp für UX und SEO: Machen Sie es dringend
Mit dem Hinzufügen von Elementen, die eine gewisse Dringlichkeit erzeugen, kann man den Kunden dazu ermutigen sich schneller zu entscheiden. Hier gibt es unter anderem die Möglichkeit der Mengenbegrenzung, der zeitlichen Befristung und der Einschränkungen zu gewissen Anlässen.

5. Tipp für UX und SEO: Vermeiden Sie Warenkorb-Weiterleitungen
Es ist vollkommen unpraktisch für den Kunden und hat damit auch negative Auswirkungen auf die UX, wenn dieser ein Produkt in den Warenkorb legt und automatisch zum Warenkorb geleitet wird. Möchte er eigentlich noch weiter einkaufen, muss er nun erst zurück zur Startseite und mit der Suche von vorne beginnen. Im UX Playbook für den Einzelhandel wird empfohlen, dass Webseitenbetreiber ein Element mit den Optionen „Kasse“ und „Einkauf fortsetzen“ implementieren. Ein weiterer Tipp: Platzieren Sie hier Upselling Artikel und einen CTA mit „Kunden kauften auch“.

6. Tipp für UX und SEO: Gastbestellungen möglich machen
Manche Besucher möchten lieber ohne das Anlegen eines Kundenkontos eine Bestellung tätigen. Das spart Zeit und verringert den Aufwand. Daher ergibt es Sinn, dass Sie es Ihren Kunden ermöglichen, als Gast zu bestellen oder einen schnellen Check-out mittels der Verknüpfung mit dem Social-Media-Konto durchzuführen. Da es für die Kundenbindung natürlich idealer wäre, wenn jeder Besteller ein Konto eröffnet, stellen Sie dafür einen 10 % Gutschein für den nächsten Einkauf in Aussicht.

Die Hochzeit von UX und SEO

Wie Sie jetzt wissen, konzentriert sich die UX darauf dem Kunden die beste Erfahrung zu ermöglich. Wie das zum Beispiel im E-Commerce gelingt, haben die UX-Playbooks von Google verraten. Aber das alles ist letztlich nichts, wenn Sie mit Ihrer Webseite in den Suchergebnissen nicht erscheinen. Hier steckt die UX der SEO den Ring an den Finger. SEO hat den Fokus darauf, Suchende über die unterschiedlichen SEO-Maßnahmen auf Ihre Webseite zu leiten und damit den Traffic zu erhöhen. Heute haben schon vielen Unternehmen verstanden, dass UX und SEO zusammen einen maximalen Synergieeffekt haben können und Zielgruppen so deutlich effizienter erreicht werden. Das wiederum sorgt für ein festes Standing am Markt, mehr Umsatz und mehr Wachstum. Da SEO eng mit den Suchintentionen verbandelt ist, sollten UX und SEO den Bund der Ehe eingehen.

Egal ob UX oder SEO – der Nutzer steht immer im Mittelpunkt

Wenn User bei Google nach etwas suchen, haben sie eine Herausforderung, für die sie eine Lösung suchen. Die Suchmaschine hat immer, egal ob mit der UX oder SEO, das Ziel die besten und relevantesten Ergebnisse zu der Suchanfrage auf den ersten Plätzen zu liefern. Die Bedürfnisse des Nutzers und die Erfüllung stehen bei dem Zusammenspiel von der UX und SEO im Vordergrund. Mithilfe von SEO hat Ihrer Webseite die Chance, dass Google diese als relevant für die Suchintention einstuft und Ihnen ein gutes Ranking verpasst. Rund 200 Rankingfaktoren bewertet Google heute. Je besser Ihre Webseite diese erfüllen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie weit oben erscheinen.

Wenn nun der Nutzer auf Ihre Webseite kommt, eine Lösung für seine Herausforderung findet, lange auf der Seite verweilt und letztlich konvertiert, sind das positive Signale einer UX an SEO, die Ihre Rankings stärken. Letztlich geht es sowohl bei Google als auch bei Ihrer Webseite darum, den Nutzer wunschlos glücklich zu machen. Und dabei unterstützen sich beide Seiten, die UX und SEO, gegenseitig. Folglich gilt es, eine Seite zu gestalten, die das beste Nutzererlebnis möglich macht.

Wird die UX zum Rankingfaktor?

In diesem Jahr wird die UX nicht nur in Bezug auf die Kunden immer wichtig. Google lässt die Signale der User Experience in den neuen Rankingfaktor „Page Experience“ einfließen. Dennoch ist die UX kein eigener Rankingfaktor, sondern wird über den Machine Learning-Ansatz realisiert. Die KI sucht für das Zusammenspiel von UX und SEO nach Hinweisen auf ein positives Nutzererlebnis und bewertet diese zusammen mit den Rankingfaktoren.

Wichtige Kennzahlen für die UX und SEO sind:

  • Wie lange bleiben die Nutzer auf der Seite? (Time on Site)
  • Wie viele Seitenaufrufe machen die Benutzer der Seite? (Page Views)
  • Geht der Nutzer zurück zu den Suchergebnissen und klickt auf den nächsten Treffer? (Bounce Rate)

Das Wichtigste zum Schluss: Mobile-First

Suchen, Shoppen, schreiben – das Internet findet heute auf dem Smartphone statt. Für die UX ist es unerlässlich, dass Webseiten heute für unterschiedliche Endgeräten wie Tablet und Smartphone optimiert sind. Die mobile Nutzerfreundlichkeit zeigt sich auch für die Verbindung zwischen der UX und SEO Zusehens als elementarer. Das beweisen auch die UX-Playbooks, denn alle Screenshoots der Best-Practise Seiten zeigen ausschließlich die mobile Darstellung.

Der Mobile-First-Index wird zudem der neue definierte Hauptindex bei Google wie wir bereits in unserem Artikel „Desktop Content adé – 2021 wird es ernst“ aufklärten. Wer jetzt noch keine Optimierung für Mobilgeräte vollzogen hat, sollte sich ranhalten.

Fazit: UX + SEO = SXO

Die neue Gleichung bringt es auf den Punkt. UX und SEO sind zusammen ein echtes Dream-Team und gehören spätestens seit dem sich veränderten Verhalten und den hohen Anforderungen der Nutzer sowie der direkten und indirekten Relevanz für das Ranking in jede Online-Marketing-Strategie. Nicht voneinander getrennt in UX und SEO, sondern als eine Disziplin. Der Nutzer steht bei allen Bemühungen im Mittelpunkt. Für ihn gilt es ein Erlebnis zu schaffen. Die UX-Playbooks geben zahlreiche Tipps und Tricks, wie man eine hohe Nutzererfahrung kreiert. Wir von Suchhelden als SXO-Experten setzen diese in die Realität um. Setzen Sie sich gleich mit uns in Verbindung. Da wir immer einen Schritt voraus sind, haben wir bereits eigene Spezialisten, die schon Trauzeugen bei der Hochzeit des Jahres waren und UX und SEO für Ihren Erfolg nutzen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!

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